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Tipps & Ratschläge

So viele Autos bei Anruf 112
 
Immer wieder fragen sich die Leute: „Warum kommen denn so viele Feuerwehrfahrzeuge und Einsatzkräfte, ich hab doch nur ....“.
Ist der Kräfteansatz der Feuerwehr immer gerechtfertigt gegenüber den Meldungen des Anrufers im Brand- oder Hilfeleistungsfall?
Wir möchten Sie mit diesem Artikel auf die Systematik und die Einsatztaktik der Feuerwehren hinweisen um evtl. auch zu verstehen, womit dieser Kräfteansatz weitestgehend begründet wird.
Meldungen der Bürgerinnen und Bürger sind meist nicht klar und deutlich. Dies ist oft nicht die Schuld des Anrufers, sondern liegt eher in der Natur des Menschen, in Stresssituationen nervös und aufgeregt zu reagieren. Leitstellenmitarbeiter sind zwar in der Annahme von Notrufen speziell geschult, dennoch wird nach der Notrufabfrage in Zweifelsfällen immer das nächste höhere Einsatzmittel gesandt (z. B. Rettungswagen statt Krankenwagen).
Im Brandfall geht man von anderen Eckpunkten aus. So wird hier auf geforderte „Schutzzieldefinitionen und Hilfsfristen“ verwiesen, die einen Brandeinsatz evtl. mit Menschenrettung regeln. Darin heißt es u.a., dass nach 8 Minuten (incl. Notrufabfrage bei einer Branderkennungszeit von ca. 3 Minuten) mind. 10 Einsatzkräfte vor Ort sein müssen, um ein Menschenleben retten zu können. Zusätzlich müssen nach weiteren 5 Minuten nochmals 5 Einsatzkräfte zwecks Unterstützung vor Ort sein. Dies beruht letztendlich auf der Grundlage, dass nach 17 Minuten ab Brandausbruch die Reanimationsgrenze infolge CO-Vergiftungen erreicht ist, und somit eine Wiederbelebung für betroffene Menschen aussichtslos ist. An dieser Stelle auch nochmals der Verweis auf die Effektivität von Rauchmeldern. Geht man nun davon aus, dass 70 % der eingehenden Meldungen unklar sind und dabei nicht auszuschließen ist , dass Menschenleben in Gefahr sind, wird auch hier immer die mindest erforderliche Anzahl von Einsatzkräften zum Einsatzort geschickt, so dass eine Menschenrettung in dem geforderten Zeitrahmen immer möglich ist. Berücksichtigt man nun das geforderte Personal und setzt dann das nötige Material (Fahrzeug und Gerät) dagegen, kommt man wiederum zu folgender Besetzung auf den einzelnen Fahrzeugen der Feuerwehr:
 
Beachte
1. Löschzug mit 10 Mann nach 8 Minuten
  • 1. Löschfahrzeug mit 6 Mann, Drehleiter zur Menschenrettung aus größeren Höhen mit 2 Mann, Tanklöschfahrzeug zwecks Wasserversorgung o.ä. mit 2 Mann.
  • Hinzu kommt in der Regel ein Rettungswagen mit 2 Mann zur sofortigen Versorgung von Patienten, aber auch zum Eigenschutz von Einsatzkräften
  • Ein Führungsfahrzeug zur Koordination des Einsatzes mit 2 Mann
  • sowie das 2. Löschfahrzeug nach insg. 13 min zur Unterstützung mit weiteren 6 Mann
Bedenke
Des Weiteren ist auch zu beachten, dass die Größe der Feuerwehrfahrzeuge und der damit verbundene Platzbedarf für Außenstehende sehr erdrückend ist. Ist dann auch noch der gemeldete Brand vor ort letztendlich ein Papierkorb o.ä., kommt man schnell zu der übereilten Meinung, dass die Anzahl der Fahrzeuge mit dem Einsatzpersonal übertrieben ist. Doch im Falle eines bestätigten Wohnungsbrandes (z. B. im Hinterhof eines Wohnhauses und nicht für jeden ersichtlich) hingegen, wäre der Kräfteansatz zwingend notwendig. Hierbei sind die Aussagen des Anrufers das Maß aller Dinge. Und sind diese unklar, so ist eine höhere Anzahl von Einsatzkräften immer gerechtfertigt um etwaige Schäden für Menschenleben abzuwenden.
 
Sachschaden ist ersetzbar, Menschenleben nicht!
Brandschutztipp April
Ein Service der Freiwilligen Feuerwehr Mönchengladbach - Einheit Rheindahlen
 
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