Einheitsführer der Freiwilligen Feuerwehr Rheindahlen seit 1878

Die Freiwillige Feuerwehr Rheindahlen wurde 1878 von 24 Männern unter ihrem Chef Heinrich Gassen gegründet. In den folgenden Jahren wechselten die Wehrführer mehrfach. In der Zeit bis 1907 tauchen in den Büchern folgende Namen auf.

Wilhelm Zeyen
Franz Zeyen
Hubert Gilleßen
Ludwig Hacks und Peter Gilleßen
Heinrich Reiners
Brandmeister Matt
Wilhelm Zeyen

vermutlich 1879-1881

Franz Zeyen

1881-1883

Hubert Gilleßen

1883-1887

Heinrich Reiners

1907-1915

Die Jahresangaben sind jedoch nicht mehr mit Sicherheit zu belegen.

Brandmeister Peter Brendgens
Oberbrandmeister Wilhelm Lambertz
Oberbrandmeister Konrad Deling
Oberbrandinspektor Walter Klerx
Brandmeister Peter Brendgens

Er leitete die Wehr von 1922-1941 u.a. durch die schwersten Kriegsjahre. Er trat 1914 in die Wehr ein und verstarb 1960.

Oberbrandmeister Wilhelm Lambertz

Er übernahm die Wehr 1941 und blieb bis 1967 Einheitsführer in Rheindahlen. Er wirkte insgesamt von 1920-1977 in der FF. Sein größter Wunsch, das 100-jährige Bestehen zu erleben, blieb Ihm leider verwehrt.

Oberbrandmeister Konrad Deling

Er führte die Arbeit von 1967-1984 als Wehrleiter weiter. Er trat 1943 in die FF ein und war ebenfalls bis zu seinem Tode im Jahre 1999 Mitglied der Einheit Rheindahlen.
1985 wurde er zum Ehrenhauptbrandmeister befördert.

Oberbrandinspektor Walter Klerx

1984 übernahm Walter Klerx federführend die Einheit Rheindahlen. 2016 übergab er das Amt altersbedingt an seien Nachfolger.
Im Jahr 1979 trat Walter Klerx in die Einheit Rheindahlen ein und übernahm nur 5 Jahre später die Einheitsführung. Zahlreiche Lehrgänge, Fortbildungen und Seminare u.a. am Institut der Feuerwehr NRW in Münster führten im Jahr 2002 zur Beförderung zum Brandoberinspektor, der höchste Dienstgrad der in einer freiwilligen Feuerwehr in Mönchengladbach erreicht werden kann.
2013 erhielt er das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber vom Deutschen Feuerwehrverband in Würdigung an hervorragende Leistungen im Feuerwehrwesen. Neben der Einführung von Brandschutzunterrichten in beiden Rheindahlener Grundschulen (1986), Gründung der Jugendfeuerwehr Rheindahlen (1989) und der Gründung des Fördervereins (2002) ist Walter auch maßgeblich der Umbau des Gerätehauses zu verdanken.
Er ist bis heute Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Rheindahlen.

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Rheindahlen ein Rückblick der letzten 40 Jahre

von Walter Klerx und Carsten Nösen

2003

Das Jahr des Jubiläums. 125 Jahre Dienst am Nächsten. Das sollte ein Grund zum Feiern sein. Der Festausschuss hat sich große Mühe gegeben, ein vielseitiges Programm auf die Beine zu stellen. Mit der Verpflichtung der HÖHNER ist man sich sicher, den richtigen Geschmack von vielen Begeisterten getroffen zu haben. Für die Detailarbeit hat man nur noch wenige Monate bzw. Wochen Zeit. Dennoch ist man sich einig, dass es ein Fest wird, was seinesgleichen sucht.
Selbst der langersehnte Umbau des Gerätehauses ist perfekt. Wenngleich auch nicht wie ursprünglich geplant ein Anbau über die gesamte Breite der Halle erfolgt und auch der Unterrichtsraum nicht vergrößert wird, so schafft man dennoch einen Stellplatz für das dritte Fahrzeug, denn als Schwerpunkteinheit Rheindahlen muss auch der nötige Fahrzeugpark vorhanden sein, um für alle anstehenden Einsatzaufgaben gewappnet zu sein.
Der Baubeginn liegt im April und soll mit starker Eigenleistung der Kameraden noch vor den Jubiläumsfestlichkeiten abgeschlossen sein.
Dennoch müssen auch alle anderen Aufgaben im Laufe des Jahres weiter erledigt werden. Hierzu gehören Einsätze, Unterrichte, Übungen, Fahrzeugpflege, Brandschutzunterrichte in den Grundschulen, Besichtigung von Kindergartenklassen, Begleitung der St. Martinszüge, Unterstützung der Schützenbruderschaft zur Kirmeszeit, Weihnachtsbeleuchtung auf- und abhängen, Teilnahme an Veranstaltungen anderer Institutionen, Dienstbesprechungen u.v.m.

2002

Nach 6 Jahren standen wiederum die Wahlen der Einheitsführung und des gesamten Vorstandes an. Dieser Vorstand sollte dann die Einheit ins Jubiläumsjahr führen. Gewählt wurden Walter Klerx als Einheitsführer, als 1. und 2. Stellvertreter Wilfried Kremer und Axel Klerx. Kassierer Friedhelm Liffers, der dieses Amt bereits seit 1974 ausübt, sowie Lothar Zitzen als Schriftführer (seit 1987) wurden in ihren Ämtern ebenso bestätigt. Den weiteren Vorstand bildet Hans Josef Meyer als Vertreter der aktiven Wehr und Fred Jansen für die Ehrenabteilung. Fahrzeug- und Gerätewart Jens Dzwonkowski und Hallenwart Wilfried Lenz sind zwar nicht Mitglieder des Vorstandes, kümmern sich aber um die Einsatzbereitschaft der Technik.
Das Jahr 2002 war eigentlich eines der ereignisreichsten Jahre In der Geschichte der Einheit Rheindahlen. In vielen Dingen wurde der Grundstock für das weitere Vorgehen gelegt. Im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit wurden mit Unterstützung örtlicher Freunde und Firmen ein Flyer und Informationsmappen für die Nachwuchswerbung erstellt und im gesamten Ausrückbereich im Stadt- und Landboten verteilt. Als Erfolg hierauf konnte bereits die Neuaufnahme eines Anwärters vorgewiesen werden. Auch im Internet ist die Einheit jetzt mit wichtigen Informationen vertreten. Verdienste um diese Arbeiten haben sich in erster Linie Axel Klerx und Christian Kemper erworben.
Ein wichtiger Meilenstein wurde auch beim Thema Umbau erreicht. Bereits im Jahre 1989 sollte das Gerätehaus erweitert werden. Bereits Anfang der 80-er Jahre lag eine Baugenehmigung vor. Aber immer wieder scheiterte das Vorhaben am Geld oder sonstigen Bestimmungen. Dank der Hartnäckigkeit des Einheitsführers, aber auch anderer Personen, scheint es nun weiter zu gehen.
Das 125-jährige Bestehen für 2003 stand schon seit zwei Jahren auf der Tagesordnung. In vielen Festausschusssitzungen erstellte der Vorstand und namhafte Freunde aus Rheindahlen ein Festprogramm, welches dem des Hundertjährigen in nichts nach stehen sollte. An zwei Tagen soll der Bevölkerung im nächsten Jahr etwas Einmaliges geboten werden. Neben der überall bekannten Kölner Musikgruppe „HÖHNER“ als Hauptattraktion, soll es noch weitere Leckerbissen geben. Ein 6-köpfige Live-Band aus Frankfurt gehört ebenso dazu wie eine 100-Mann Kapelle und OPUS II. Zur Freude der Feuerwehr konnte als Schirmherr Herbert Prinzen gewonnen werden, der selbst einmal Mitglied dieser Einheit war. Ihm war es auch mit zu verdanken, dass ein derartiges Programm auf die Beine gestellt werden konnte.
Weiterer Höhepunkt in diesem Jahr war die Gründung eines Fördervereins. Walter Klerx lud zur Gründungsversammlung ein und beantragte gemäss Beschluss dieser Versammlung die Gemeinnützigkeit und die Eintragung ins Vereinsregister. Ab sofort sollte dieser Verein sich für die Belange der Einheit Rheindahlen einsetzen.
Zu Beginn des Jahres trat eine neue Laufbahnverordnung in kraft. Aus der Alters- und Ehrenabteilung wurde die Ehrenabteilung und innerhalb der Dienstgrade gab es weitere Abstufungen. Einheitsführer Walter Klerx konnte als erster aufgrund dieser Verordnung eine Ernennungsurkunde zum Brandoberinspektor in Empfang nehmen.
Beim Leistungsnachweis nahm die Wehr gleich mit 2 Gruppen teil und meisterte nach vielen vorherigen Übungsstunden die Aufgaben mit großem Erfolg. Vielleicht hiervon beflügelt, nahmen Hansjakob Simons und Walter Klerx beim Feuerwehrlauf in Hardt die 10 km Strecke ebenfalls auf sich und erhielten hierfür Urkunden. Gratuliert wurde auch Wilhelm Lambertz für 60 Jahre Mitgliedschaft.
Heinz Hendrix legte aus persönlichen Gründen seine Ämter nieder und trat nach 40 Jahren aus der Feuerwehr aus. Mit seiner Arbeit für die Jugendfeuerwehr hat er sich große Verdienste erworben. Nachfolger wurde OBM Frank Wendler, der von mehreren Kameraden unterstützt wird.
Da auch ein Fortschritt bei der Feuerwehr nicht aufzuhalten war, erhielten alle Feuerwehrkameraden neue Funkmeldeempfänger mit digitaler Technik.
Der größte und schwerwiegendste Einsatz des Jahres war am 21. Juni. Eine Wohnhaus auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Firma Dilthey brannte im Bereich des 1. Obergeschosses teilweise in voller Ausdehnung. In Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr wurden mehrere Personen über die Drehleiter und tragbare Leitern gerettet. Fast sechs Stunden lang dauerte dieser Einsatz.

2001

Neben zahlreichen anderen Einsätzen, waren es wieder 3 Großbrände, die für Schlagzeilen sorgten. In Genhausen brannte eine mit Stroh und landwirtschaftlichen Geräten bestückte offene Scheune. Innerhalb weniger Minuten griff das Feuer, begünstigt durch starken Wind, auf das Wohnhaus über. Mit vielen Löschkräften war man 8 ½ Stunden im Einsatz.
Allen noch gut in Erinnerung dürfte der Brand des Zentralbades an der Lüpertzender Straße sein. Bis Rheindahlen war die Rauchwolke sichtbar. Trotz eines Großaufgebotes an Feuerwehr, war das Bad nicht mehr zu retten und brannte total nieder. Ein Neues Schwimmbad soll später an anderer Stelle wieder entstehen.
Auch den Brand des Sportlerheimes in Mennrath bekämpfte man mit vereinten Kräften. Es ließ sich allerdings nicht vermeiden, dass auch dieses Gebäude später wieder neu aufgebaut werden musste.
Schützenkönig Michael Günther, selbst Unterbrandmeister in der Einheit, wurde im Vorfeld und während der Festlichkeiten von allen Kameraden unterstützt. Dass wiederum im Schützenzug ein eigens verpflichtetes Trommlerchor in Feuerwehruniformen vor der Einheit zog, war ebenso eine Selbstverständlichkeit wie die Begleitung des großen Zapfenstreiches mit Pechfackeln im Innenhof des Altenheimes..
UBM Hans Deling erhielt für seine 25-jährige Zugehörigkeit zur Feuerwehr im Rahmen einer Jubilarehrung das Ehrenzeichen in Silber. Für die meisten etwas unerwartet, bekam man ein neues Löschgruppenfahrzeug LF8/6 im Gegenzug für das derzeitige LF16TS. Wenngleich dieses auch nicht den genauen Vorstellungen der Führung entsprach, so war man dennoch froh, einmal ein nagelneues Fahrzeug zu bekommen.
Nachdem viele Kameraden bereits im Vorjahr am Leistungsnachweis teilgenommen hatten, übten die Leute in diesem Jahr besonders. Der Dank war das Bestehen im Wettbewerb und eine ausgezeichnete Kameradschaft, weil alle fest zusammen hielten.
Ein großes Ereignis war auch die Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen zum Hundertjährigen der Berufsfeuerwehr.

2000

Für 25-jährige treue Pflichterfüllung wurden Wilfried Kremer und Werner Camps mit dem silbernen Feuerwehrehrenzeichen geehrt. Ein Geschenk der Kameraden konnte Walter Klerx für sein 15-jähriges Wirken als Einheitsführer entgegen nehmen. Über den Toren der Fahrzeughalle wurden die seinerzeit in Handarbeit gefertigten Schriftzüge gegen neue ausgetauscht. In feuerwehrrot erstrahlte jetzt die Schrift „Freiwillige Feuerwehr“.
Die Unterlagen und Kleidung der Jugendfeuerwehr –ca. 18 Mitglieder- sind aufgrund des immer noch nicht stattgefundenen Umbaus der Halle nach wie vor in einem etwa 4 qm großen Raum untergebracht. Diesen Zustand wollte man nicht länger hinnehmen und erweiterte in Eigenregie die Kleiderablage in der Fahrzeughalle.
Aus Anlass des 100-jährigen Bestehens der Berufsfeuerwehr im nächsten Jahr, wurden von einem Fotografenteam Bilder der Einheit gefertigt. Weitere Fotos für den Bildband der BF erstellte man mit allen Feuerwehrleuten im Bökelbergstadion. Dieses Bild zierte das Festbuch und aufgrund der Anzahl an Feuerwehrleuten kam man ins Guinessbuch der Rekorde.
Ein Schrecken fuhr dem Kameraden Lothar Zitzen durch die Glieder, als er nach einer Alarmierung hörte, dass es die Lagerhalle seiner eigenen Firma Am Baumlehrpfad war, die in voller Ausdehnung brannte. Alle Wachen der Berufsfeuerwehr sowie weitere Einheiten der FF konnten ein Übergreifen der Flammen auf eine zweite Halle und ein Wohnhaus verhindern.
Hatte Oberbürgermeister Feldhege schon sooft Feuerwehrehrenzeichen an verdiente Feuerwehrleute vergeben, konnte man sich ausgerechnet auf Heiligabend einmal revanchieren. Bei einem Brand in seinem Haus verhinderte man Schlimmeres.
Michael Günther schaffte es, beim Kirmesfest den Vogel von der Stange zu holen und sich somit als Schützenkönig feiern zu lassen. Für das nächste Jahr sollte viel Arbeit auf die Einheit zukommen.
Wiederum einen hervorragenden Ausflug organisierte Helmut Zitzen in akribischer Vorbereitung. Luxemburg und Echternach waren ebenfalls Ziele sowie das Mullerthal und das Sporthotel Bitburg. Höhepunkt war ein „Formel 1-Rennen“, welches die Wehr auf einer Kartbahn selbst veranstaltete. Sieger wurde Gerd Richter. Ein Sonderpreis ging an die einzige weibliche Teilnehmerin Helga Meyer.
Eine feste Einrichtung seit Jahrzehnten ist auch die Begleitung der St. Martinszüge aller Kindergärten und der Schulen. Mit Pechfackeln ausgestattet, geht man rechts und links im Zug mit erhöht somit die Sicherheit für die Kinder.

1999

Der Kamerad Konrad Deling verstarb am 13. Januar 1999 im Alter von 74 Jahren. Er war seit April 1941 in der Einheit, 17 Jahre davon – von 1967 bis 1984 – als Einheitsführer. 1984 war er mit Erreichen des 60. Lebensjahres in die Alters- und Ehrenabteilung gewechselt. Seit dem war er bis 1998 im Vorstand. Fast alle Kameraden der Einheit waren zu seiner Beerdigung erschienen und begleiteten ihn auf seinem letzten Weg. Die Einheit Rheindahlen verdankte ihm sehr viel.
Aber auch Josef Jansen wurde von den Kameraden zu Grabe getragen und ihm die letzte Ehre erwiesen.
Die „Dienstwohnung“ am Gerätehaus erhielt einen neuen Mieter. Nachdem zuvor bereits die Mitglieder Manfred Grebe, Hans Pütz und Wilfried Kremer mit ihren Familien hier gewohnt haben, zog jetzt Wilfried Lenz mit Familie hier ein. Schnell konnte man ihn überreden, in die Wehr einzutreten und die bisher geleisteten Arbeiten seiner Vorgänger fort zu führen.
Das eigene 20 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug konnte gegen ein halb so altes Fahrzeug ausgetauscht und in Betrieb genommen werden.
Kontakte nach Brandenburg führten dazu, dass man ein ausgedientes Tragkraftspritzenfahrzeug der dortigen Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung stellen durfte.
Das Einsatzgeschehen war auf einen Niedrigststand von 21 Einsätzen zurückgegangen. Hierzu zählten jedoch 3 Großeinsätze in Wetschewell –Brand einer Chemikalienfirma-, in Rönneter –Brand eines Pferdestalles– und auf der Krefelder Straße –Brand einer Autofirma.
Sein Amt als Jugendfeuerwehrwacht legte Peter Riskes nieder und trat auch Ende des Jahres aus der Feuerwehr aus. Heinz Hendrix erklärte sich bereit, nochmals die Leitung zu übernehmen, bis ein Nachfolger gefunden ist.
Der bevorstehende Jahrtausendwechsel sorgte nochmals für einige Aufregung. Waren bereits im Vorfeld zahlreiche Vorbereitungen von vielen Organisationen getroffen worden, so musste auch die Einheit Rheindahlen damit rechnen, dass gegen Mitternacht des 31.12. mit erhöhtem Einsatzaufkommen zu rechnen war. Um nicht alleine auf der Wache zu sitzen, organisierte man eine Silvesterparty mit 200 Leuten im Gerätehaus. Die einsatzbereite Truppe blieb in der Nacht von jeglichen Einsätzen verschont.

1998

Im kleinen Rahmen feierte man das 120-jährige. Der Delegiertentag der Feuerwehr Mönchengladbach fand im pädagogischen Zentrum der Schule Rheindahlen statt. Bei einem anschließenden Frühschoppen servierte man Erbsensuppe und Getränke. Eine vorherige 14-tägige Ausstellung über Feuerwehrhistorie in der Volksbank rundete das Fest ab.
Zwei Großbrände beschäftigten die Wehr im September und November. In Hilderath brannten die Stallungen eines landwirtschaftlichen Anwesens in voller Ausdehnung. 15 –20 Kühe konnten nicht mehr gerettet werden und verbrannten. Viele Einheiten sowie das THW waren bis zum nächsten Morgen mit den Lösch- und Aufräumungsarbeiten beschäftigt.
Beim zweiten Großbrand handelte es sich um ein Wohnhaus in Günhoven. Zehn Stunden lang unterstützte man die anderen Kräfte. Zwei Personen konnten schwerverletzt gerettet werden. Eine davon erlag jedoch später ihren Verletzungen.
Einen weiteren Unfall mit tödlichem Ausgang begleitete die Einheit am Bahnübergang. Eine Radfahrerin war von einem Personzug erfasst und getötet worden.
Erwähnenswert ist auch der Brand von ca. 6000 – 7000 Ballen Stroh neben einem landwirtschaftlichen Anwesen. Eine Gefahr bestand hier zwar nicht, allerdings sind derartige Einsätze sehr langwierig und schweißtreibend, da das gesamte Stroh auseinander gezogen werden muss.
Ein seit vielen Jahren vergeblicher Versuch, das Gerätehaus umzubauen und zu erweitern, führte dazu, dass das Spritzenhaus wenigstens in Eigenleistung renoviert wurde. Hilfe und fachkundige Beratung erhielt man hier von Rolf Thelen.

1997

Die Brandsicherheitswachen im Stadttheater Mönchengladbach sowie der Kaiser-Friedrich-Halle werden schon seit Jahrzehnten von Rheindahlen und Neuwerk übernommen. Bei jeder Veranstaltung sind jeweils ein bis drei Leute aus der Einheit anwesend, um im Ernstfall Erstmaßnahmen ergreifen zu können. Mit dem Wechsel des Schauspielhauses zum Musicalgebäude, mussten jetzt auch dort die Posten gestellt werden. Anfängliche Bedenken schlugen jedoch schnell ins Gegenteil um. Die Begeisterung für das Musical „Gambler“ war so groß, dass sich viele bemühten, regelmäßig dort Dienst machen zu dürfen. So gab es im Laufe der folgenden Jahre viele Kameraden, die das Stück fast 60 mal dienstmäßig begleitet haben. Sogar eine bis heute anhaltende Freundschaft und Verbindung zum Musicalstar Rafi Weinstock kam zustande.
Das Feuerwehrehrenzeichen in Gold für 35-jährigen Dienst erhielt Heinz Hendrix und Frank Wendler wurde zum Oberbrandmeister befördert. Aus der Jugendfeuerwehr konnte erfreulicherweise wiederum ein neues Mitglied aufgenommen werden. Rafael Gruszka wechselte in die aktive Einheit. Zukünftig wird die Jugendfeuerwehr sicherlich die wichtigste Grundlage sein, um Nachwuchs aufzunehmen. Die vielfältigen Aufgaben, mit der Notwendigkeit einer zeitintensiven Aus- und Fortbildung auch in einer Freiwilligen Feuerwehr führen dazu, dass nicht mehr viele Jugendliche bereit sind, dieses Ehrenamt zu übernehmen.
Dennoch besteht die Einheit aus 25 aktiven Leuten, die auch andere Vereine unterstützen. Der neu gegründete Verein „Zukunft Rheindahlen“ bekam dies hautnah zu spüren, als bei der Gründungsveranstaltung von der Wehr die Zubereitung und der Ausschank der Erbsensuppe übernommen wurde. Die bereits seit vielen Jahren im Auftrag des Gewerbekreises aufgehängte Weihnachtsbeleuchtung, wurde ab sofort auch für den nun hierfür zuständigen Verein Zukunft übernommen. In vielen Arbeitsstunden wird die Beleuchtung jährlich repariert und auf- sowie abgehangen. Den beleuchteten Stern an der Kirche – hergestellt von Friedhelm Liffers – kennt ganz Rheindahlen und erfreut zur Weihnachtszeit alle Besucher.

1996

Sieben Jahre lang hatte Heinz Hendrix die Jugendfeuerwehr geleitet und übergab dieses Amt jetzt an Peter Riskes. Ein Dankesschreiben aller Einheitsführer aus dem Stadtbezirk drückte die Anerkennung aus für die ausgezeichnete Jugendarbeit und zeitintensive sowie aufopferungsvolle Tätigkeit als Jugendfeuerwehrwacht.
Aber auch Friedhelm (Fred) Jansen konnte eine Ehrung in Empfang nehmen. Er erhielt für 25-jährige aktive Dienstzeit das Feuerwehrehrenzeichen in Silber.
Eine Änderung der Alarm- und Ausrückeordnung führte dazu, dass die Wehr nicht mehr zu jedem Einsatz dazu gerufen wurde. Der Sofortalarm fiel für Kleinstbrände wie Papierkorb- und Containerbrände sowie Auslösung von Brandmeldeanlagen in Firmenobjekten weg. Hierdurch konnte das Einsatzaufkommen fast halbiert werden, was alle sehr begrüßten. Mittlerweile war es nicht mehr so einfach, Arbeitgeber davon zu überzeugen, wie wichtig der Dienst in der Feuerwehr und damit verbunden der Schutz der Bevölkerung ist. Nicht jeder hatte Verständnis dafür, seinen Beschäftigten während der Arbeit für Einsätze frei zu stellen. Manch einer änderte leider erst seine Meinung, wenn er selbst oder Angehörige von einem Schadensfall betroffen war.
Trotz allem bildeten sich die Feuerwehrleute während des ganzen Jahres weiter. Viele Lehrgänge, monatliche Übungen und Unterrichte dienten einer ständigen Einsatzbereitschaft mit ausgezeichnetem Wissenstand. Die ebenso wichtige wie vertrauensvolle Aufgabe der Wachbesetzungen war nicht immer für alle einsehbar, wurde aber dennoch immer verlässlich ausgeführt.
Vielleicht aufgrund der geringeren Einsatzzahlen fand man im Laufe des Jahres die Zeit, einige runde Geburtstage zu feiern. Aber auch die jährlichen Nikolausfeiern für die Kinder der Aktiven zeigten, wie harmonisch es zuging.
Wiederum Verstärkung aus der Jugendfeuerwehr gab es durch Christian Kemper.

1995

Fand bisher jährlich ein Verbandstag mit allen Feuerwehrleuten des gesamten Stadtgebietes statt, so wurde dies jetzt geändert. Nur noch gewählte Vertreter aus den einzelnen Einheiten bilden künftig die Delegiertenversammlung und treffen Entscheidungen auf dieser Ebene.
Die mittlerweile alle 6 Jahre notwendige Wahl der Einheitsführung führte in der Spitze wieder zu einer einstimmigen Bestätigung des Einheitsführers.
Das seltene Fest der Diamantenen Hochzeit durfte der Kamerad Josef Jansen mit seiner Frau Maria erleben. Die Wehr ließ es sich nicht nehmen, nach der Messe in der Kirche St. Helena am Ausgang mit Pechfackeln Spalier zu stehen.
Durch den guten Kontakt zwischen FF und BF kam im Gerätehaus an der Max-Reger-Straße ein Treffen aller motorradbegeisterten Feuerwehrleute zustande. Organisiert durch die Motorradfreunde der BF kamen zahlreiche Biker auch von weit her nach Rheindahlen. Schnell war man sich einig, diese Veranstaltung auch künftig stattfinden zu lassen.
Eine Alarmierung zu einem grenzübergreifenden Einsatz führte die Einheit im Rahmen von Nachbarschaftshilfe zu einem Ortsteil von Venlo in Holland. Im Verband mit anderen Löschzügen fuhr man in das Hochwassergebiet. In vielen Gewässern von Deutschland und angrenzenden Ländern waren durch extreme Niederschläge außergewöhnlich hohe Stände der Flüsse erreicht, so dass viele Straßen und Ortskerne überschwemmt waren. Um zu verhindern, dass auch der Ortskern von Venlo überschwemmt wurde, pumpte die Feuerwehr dort fast 40 Stunden lang. Zweimal täglich wurden die Einsatzkräfte ausgetauscht und mit Linienbussen der Stadtwerke nach Venlo bzw. wieder nach hause gefahren.
Johann Ungerechts, Textersteller vieler Feuerwehrlieder und bereits lange Jahre Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung, verstarb in diesem Jahr. Auch er gehörte über 60 Jahre zur Wehr.

1994

Wie in jedem Jahr, verleiht der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen verdienten und langjährig tätigen Feuerwehrmännern das Feuerwehrehrenzeichen. In diesem Jahr waren hiervon auch gleich vier Männer der FF Rheindahlen betroffen. In einer kleinen Feierstunde im Ratskeller des Rathauses Abtei händigte der Oberbürgermeister Heinz Feldhege die Urkunden und Ehrenzeichen aus. Als Anerkennung für 35-jährige treue Pflichterfüllung im Dienste der Feuerwehr erhielt Helmut Zitzen das Feuerwehrehrenzeichen in Gold. In Silber erging die Auszeichnung an Theo Kluth, Hans Pütz und Friedhelm Liffers.
Aufgrund einer Explosion fuhr die Wehr für ca. 4 ½ Stunden zum Ohlerkirchweg. Beim Eintreffen brannte ein kompletter Produktionsbetrieb einer Glasfirma sowie ein Teil einer danebenliegenden Schreinerei in voller Ausdehnung. Mit vereinten Kräften anderer Löschzüge wurde das Feuer bekämpft. Der Aufmerksamkeit des Angriffstrupps war es zu verdanken, dass Hilferufe aus dem Halleninnern aufgenommen wurden und somit eine schwerverletzte Person gerettet werden konnte. Dies war nicht ungefährlich, da sich noch mehrere Propangas-, Acetylen- und Argonflaschen im Brandbereich befanden.
Brandamtsrat Herbert Müller, zuständig innerhalb der Berufsfeuerwehr für alle Freiwilligen, feierte im Gerätehaus seinen 50. Geburtstag. Da er immer ein gutes Verhältnis zur Wehr hatte, unterstützte diese ihn natürlich auch bei der Bewirtung. Als Dank dafür gestaltete er professionell einen Unterrichtsabend.
Gut ausgebildet wechselte Carsten Nösen aus der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven.

1993

87 Einsätze in ca. 62 Stunden ist die Bilanz des Jahres. Als technische Neuerung wurde in die Fahrzeuge ein Funkmeldesystem eingebaut. Der Funkverkehr mit der Leitstelle konnte hierdurch auf das Wichtigste reduziert werden. Sprechwunsch, Verlassen des Gerätehauses und die Rückkehr sowie Eintreffen an der Einsatzstelle sind jetzt nicht mehr über Funk durchzugeben sondern werden mit Drücken einer Tastennummer erledigt.
Mittlerweile 4 Jahre Jugendarbeit waren Grund genug mit dem Lokalsender Radio 90.1 ein Interview für die Bürgerfunksendung aufzunehmen und auch auszustrahlen. Viele Zuhörer wurden durch den Einheitsführer und den Jugendfeuerwehrwacht über die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr informiert.
Eine Überraschung gab es zum Schützenfest für Minister Hans Deling. Die Wehr hatte es sich nicht nehmen lassen, ein zusätzliches Trommlerchor zu engagieren, welches im Schützenzug direkt vor der Wehr ging.
Leider verstarb in diesem Jahr wieder ein Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung. Walter Dahmen wurde unter Anteilnahme seiner Kameraden zu Grabe getragen.

1992

Nicht nur typische Feuerwehreinsätze gehören zu den Aufgaben, sondern auch die Unterstützung anderer Vereine und Institutionen im Ort. So kochen die Kameraden der Einheit Rheindahlen bereits seit 1982 regelmäßig zum Pfarrfest eine allseits beliebte Erbsensuppe aus der Gulaschkanone. Der Gewinn wurde grundsätzlich an Oberpfarrer Helmut Rottleb, der in diesem Jahr seinen Abschied feierte, zur weiteren Verwendung übergeben. Die Teilnahme an den Schützenfesten ist seit je her eine Selbstverständlichkeit. Zur Überraschung aller wurde der Kamerad Hans Deling für das nächste Jahr als Minister auserwählt.
Die erste Übernahme eines Jugendlichen aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Wehr kam der Einheit Rheindahlen zugute. Holger Rath unterstützt jetzt die Aktiven bei den zahlreichen Einsätzen, die wiederum gefahren werden mussten. Mehrere Großbrände wie der Brand einer Textilfirma auf der Waldnieler Str., der Wohnungsbrand auf der Broicher Str., Produktionshalle und Büroräume Krefelder Str., Lagerhallenbrand Rheindahlener Str. und Steinstr. zeigen einmal mehr, wie weiträumig das Einsatzgebiet der FF inzwischen ist.
So war es eine willkommene Abwechslung, Josef Jansen für 60 Jahre Mitgliedschaft in der Wehr gratulieren zu dürfen. Walter Michiels erhielt das Feuerwehrehrenzeichen in Silber für 25-jährige aktive Zugehörigkeit.
Den fast dreiwöchigen F3-Lehrgang in Münster absolvierte Frank Wendler mit Erfolg, so dass einer kurzfristigen Beförderung zum Brandmeister nichts mehr im Wege stand.

1991

Während viele Rheindahlener nach einer Sirenenalarmierung minutenlang dachten, dass die Stadtsparkasse einem Brand zum Opfer gefallen sein musste, stellte sich heraus, dass 80 Feuerwehrleute mit 12 Fahrzeugen unter Kontrolle der Berufsfeuerwehr nur den Ernstfall probten. Dieser Ernstfall war jedoch kurz zuvor in der Zimmerei von Hubert Wirtz auf der Beeckerstraße eingetreten. Das Holzlager brannte in voller Ausdehnung und das Feuer breitete sich gleichzeitig auf das anliegende Wohnhaus aus. Über 4 Stunden lang bemühte sich die Wehr, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Aber noch weitere Großbrände ließen die Feuerwehrleute nicht zur Ruhe kommen. Am Fleener Weg in Lürrip kam es in einem Kunststoffwerk zu einer Staubexplosion, die umfangreiche Brandbekämpfungs- und Aufräumungsarbeiten nach sich zog. Ebenso der Brand eines Textil- und Maschinenverwertungstriebes in Mennrath erforderten eine fast 12-stündige Einsatzzeit.
Wer viel arbeitet, darf auch mal feiern. Bereits seit vielen Jahren, wird alle 2 Jahre für die Bevölkerung von Rheindahlen ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Meist im September öffnet die Einheit ihre Tore und stellt ihr Können und ihre Geräte unter Beweis. Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, selbstgebackenen Kuchen der Frauen, Biertheke und vieles mehr durften an so einem Tag ebenso wenig fehlen, wie Attraktionen für Kinder. Die Preise einer großen Tombola stifteten wie immer die Geschäftsleute aus dem Ort, um ihrer Feuerwehr zu zeigen, dass man deren Arbeit sehr schätzt.
Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Konrad Deling und Ernst Neusen geehrt.

1990

Das Jahr mit den meisten Einsätzen. Insgesamt 136 mal musste die Wehr tätig werden. 26 Brandeinsätze, 68 technische Hilfeleistungen, 27 Wachbesetzungen, 12 blinde und 3 böswillige Alarme zählte die Statistik. Ein Großteil ging auf die Folgen starker Stürme zurück. Umgeknickte und umgestürzte Bäume, abgerissene Dächer sowie umgekippte Plakatwände führten zu stundenlangen Einsätzen im gesamten Stadtgebiet. Zugute kam den Feuerwehrleuten bei diesen Einsätzen eine von der Volksbank Rheindahlen gestiftete Motorsäge.
Gewissermaßen als Belohnung für die ehrenamtliche Tätigkeit, wurde die Wehr von Bezirksvorsteher Hermann Spinnen eingeladen, die AWACS Air Base in Geilenkirchen zu besuchen und auch die Flugzeuge von innen zu betrachten.
Ein nicht alltägliches Fest durfte die Wehr mitfeiern. Anton Gotzen feierte mit seiner Frau Goldhochzeit. Die Teilnahme am Empfang mit Gratulation war Ehrensache für die Führungsspitze. Als weiteres freudiges Ereignis des Jahres konnte die Verleihung des Feuerwehrehrenzeichens in Gold an Günther Weuthen verzeichnet werden. Heinz Hendrix bestand den Zugführerlehrgang an der Schule in Münster.

1989

Wurde der Wehrführer bisher quasi bis zu seinem Übertritt in die Alters- und Ehrenabteilung gewählt, so führte eine Änderung des Feuerschutzgesetzes (FSHG) dazu, dass nunmehr auch die Einheitsführer der Freiwilligen Feuerwehr nur noch auf die Dauer von sechs Jahren zu wählen sind. Eine Veränderung trat dennoch nicht ein, da die Einheit sich einstimmig weiterhin für die bisherige Führungsspitze entschied. Walter Klerx absolvierte zur Weiterbildung den Lehrgang „Führer von Verbänden“ an der Landesfeuerwehrschule in Münster.
Lange diskutiert wurde im Vorfeld bereits die Gründung einer Jugendfeuerwehr. Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile, führte eine Abstimmung zu einer eindeutigen Zustimmung. Offizieller Gründungstag war der 17. Oktober. 13 Jugendliche aus den Ortschaften Rheindahlen, Broich, Woof, Günhoven und Kothausen waren von diesem Tage an Mitglied der Jugendfeuerwehr. Als Jugendfeuerwehrwacht wurde Heinz Hendrix eingesetzt. Unter Beteiligung von Politik, Presse, Eltern und weiterer Prominenz entstand somit die „Jugendfeuerwehr Rheindahlen“.
Einsatzmäßig musste die Wehr in vielfacher Form tätig werden. Von Bäume tränken über Ölspuren beseitigen und vielen Kleinbränden, war man sogar am Heiligabend und 1. Weihnachtsfeiertag im Einsatz. Was auch schon seit Jahren üblich, aber fast niemandem bekannt war, ist die „Besetzung“ der Feuerwache 2. Immer wenn die Berufsfeuerwehr dieser Wache zu einem größeren Einsatz ausrückt, müssen die Freiwilligen aus Rheindahlen für evtl. weitere Einsätze zur Verfügung stehen. Die Alarmierung der FF erfolgt schon lange kaum noch über Sirene sondern über die sogenannte „stille Alarmierung“ anhand von Funkmeldeempfängern

1988

Anknüpfend an die Feierlichkeiten zum Hundertjährigen, sollte auch das 110-jährige Bestehen groß gefeiert werden. In mühevoller Arbeit wurde das Fest vorbereitet und eine Jubiläumsschrift erstellt. Übungen auf dem Marktplatz, ein Unterhaltungsprogramm mit einigen Stars in der Aula sowie einem Tanz in den Mai rundeten das Fest ab. Der jetzige Baum- und Strauchlehrpfad in Rheindahlen, wurde mit dem Pflanzen des ersten Baumes am Gerätehaus eröffnet. Auch die Sternfahrt aller Feuerwehren der Stadt führte am nächsten Tag nach Rheindahlen.
Ein Wechselspiel zwischen Sonne und Regen brachte der Wehr viele Einsätze. Mussten einerseits frischgepflanzte Bäume wegen langanhaltender Trockenheit gewässert werden, hatte man alle Hände voll zu tun, die vielen Keller, vor allem im Bereich Am Mühlentor und Kleiner Driesch, die infolge sintflutartiger Regenschauer voll gelaufen waren, wieder trocken zu legen.
Aufgrund seiner Schadenshöhe der größte Einsatz hielt die gesamte Stadtfeuerwehr in Giesenkirchen in Atem. Auf einer Fläche von ca. 40.000 qm brannten 7 Firmenkomplexe komplett ab. Der Schaden belief sich auf etwa 20 Millionen DM. In 10 ½ Stunden Einsatzdauer versuchten die Kräfte der Flammen Herr zu werden. Eigentlich sollte dieser Tag für die Rheindahlener Feuerwehr ein besonderer Tag gewesen sein. Das alte Tanklöschfahrzeug wäre gegen ein neueres Fahrzeug ausgetauscht werden. Diese Übergabe musste nun jedoch um einige Wochen verschoben werden. Beim letzten Einsatz mit dem TLF16/25 konnte die Feuerwehr nach einem Vollbrand in einer Dachgeschosswohnung auf der Gladbacher Straße, eine Person nur noch tot bergen.
Nachdem zuvor bereits ein neuer Rüstwagen nach Rheindahlen überstellt wurde, war die Wehr wieder technisch auf dem aktuellsten Stand. Wurde das bisherige Fahrzeug noch dazu benutzt zu Kirmeszeiten den Maibaum auf dem Dach zu transportieren, musste man dem Branddirektor versprechen, dies jetzt nicht mehr zu tun.
Unter Beteiligung der Wehr, musste in diesem Jahr Hans Deling, Mitglied der Alters- und Ehrenabteilung, zu Grabe getragen werden.

1987

Wurde in den letzten Jahren immer an den Karnevalsumzügen teilgenommen, so verbrachte die Wehr dieses Jahr zur Karnevalszeit mehr Zeit mit Wasserpumpen zu als mit feiern. Fast 24 Stunden, verteilt auf vier Tage, wurde auf Straßen und Grundstücken in den Ortschaften zwischen Sittardheide und Mennrath Wasser gepumpt. Aber dies sollten nicht die letzten Einsätze wegen starker Regenfälle sein.
Großen Einsatz zeigte die Wehr auch bei der Bekämpfung des Brandes im Hauptquartier. Im RAF-Hospital brannte die Kinderklinik in einer Größe von ca. 100 x 15 m in voller Ausdehnung. Gott sei dank war dieser Teil des Krankenhauses zur Zeit wegen Renovierungsarbeiten nicht belegt. Das Feuer musste von allen Gebäudeseiten her bekämpft werden. Insgesamt 76 – teils größere -Einsätze beschäftigten die Wehr und ließen die Feuerwehrleute nicht zur Ruhe kommen.
Ganz neue Wege ging Einheitsführer Walter Klerx im Bereich des vorbeugenden Brandschutzes. Ausgelöst durch einen zurückliegenden Wohnungsbrand in Rheindahlen mit Todesfolge für drei kleine Kinder, erarbeitete er ein Unterrichtsprogramm für das 2. Schuljahr und stellte dies den beiden Grundschulen an der Geusenstraße vor. Begeistert hiervon, wurden alle 2. Klassen in mehreren Unterrichtsstunden im „Kleinen Ein mal Eins“ des Brandschutzes unterrichtet. Keiner ahnte damals, dass dieser Unterricht eine ständige Einrichtung werden und auch große Erfolge nach sich ziehen würde. Bis heute ist der Einheit kein Brandeinsatz bekannt, der nachweislich durch ein Kind verursacht wurde. Unterstützung wurde geleistet durch Heinz Hendrix, damit auch alle Klassen in den Genuss kommen konnten. Nach erfolgreich besuchten Lehrgängen an der Landesfeuerwehrschule in Münster, wurden in diesem Jahr Walter Klerx zum Hauptbrandmeister und Hansjakob Simons zum Brandmeister befördert.. Außerdem erhielt H. Hendrix das Feuerwehrehrenzeichen in Silber und den Dienstgrad Oberbrandmeister.
Um zu Einladungen bei anderen Wehren ein Geschenk mitnehmen zu können, welches auch als Absender die Einheit Rheindahlen darstellt, wurde durch einen Künstler innerhalb der BF ein Wappenteller angefertigt.

1986

Wieder musste der Brand einer Lagerhalle bekämpft werden. Der Einsatz bei der Firma Kühn und Vierhaus an der Broicher Straße zog sich einschließlich der Brandsicherheitswache noch bis zum nächsten Tag. Ebenfalls eine Lagerhalle der US-Streitkräfte, in der Schmiermittel und Öle gelagert waren, brannte in voller Ausdehnung und wurde gelöscht. Eine Verpuffung mit einem Schwerverletzten durch die Verlegung von Teppichboden in Verbindung mit der Verarbeitung einer leicht brennbaren Flüssigkeit, führte zu einem Wohnungsbrand an der Mühlenwallstraße. Ärgerlich hierbei war, dass gerade die Renovierung des gesamten Hauses abgeschlossen war.
Ein sicherlich eher seltener Einsatz war der Absturz eines britischen Phantom-Düsenjägers in unmittelbarer Nähe der Ortschaft Mehlbusch, direkt neben der Bundesstraße 57. Der entstandene Flächenbrand wurde in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kräften der FF sowie der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach abgelöscht. Die beiden Piloten hatten sich mit dem Schleudersitz retten können und blieben unversehrt.
Viele weitere, kleinere und größere Einsätze hielten die Wehr in diesem Jahr in Atem. Zahlreiche Großbrände im Stadtgebiet machten es erforderlich, dass die Einheit die Feuerwache 2 (Aachener Straße) besetzen musste. Bei einem dieser Großbrände kamen leider zwei Kameraden der Berufsfeuerwehr durch den Einsturz einer Mauer ums Leben. Unter großer Beteiligung aller Feuerwehren der Stadt und auch Umgebung wurde an den Beerdigungen teilgenommen.
Ernst Neusen wurde nach 45 Jahren aktiven Mitwirkens in die Altersabteilung übernommen und gleichzeitig zum Ehrenbrandmeister ernannt.

1985

Einen der schlimmsten Einsätze in der langjährigen Geschichte führte die Einheit am 20. Februar zur Gerkerather Mühle. Infolge eines Schwelbrandes kamen in einer völlig ausgebrannten Wohnung 3 Kinder ums Leben. Jede Hilfe von Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr kam hier zu spät. Viele der Feuerwehrleute – selbst Väter von Kindern – hatten lange Zeit nötig, dieses Erlebnis zu verkraften.
Großer Dank und Anerkennung wurden im Rahmen eines Kameradschaftsabends dem ehemaligen und langjährigen Wehrführer Konrad Deling ausgesprochen. 41 Jahre – davon 17 Jahre lang als Wehrführer – hatte er die Geschicke der Einheit in hervorragender Weise mitgetragen und gelenkt. Hierfür wurde er vom Leiter der Berufsfeuerwehr zum Ehrenhauptbrandmeister befördert.
Um dem Gerätehaus auch nach außen hin den Anschein einer Feuerwehreinrichtung zu geben, wurden vom befreundeten „Schriftenmaler“ Josef Laumen Außentafeln angefertigt mit dem Feuerwehremblem „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ und der Aufschrift „Freiwillige Feuerwehr“. Vielleicht war auch das der Grund, warum am Tag der offenen Tür die Besucherzahl gegenüber dem letzten Mal weit übertroffen wurde.
Neben zahlreichen Einsätzen zum Wasserpumpen musste am 2. Weihnachtstag der Brand einer Lagerhalle der Firma Graziano An der Bahn bekämpft werden.
Das Feuerwehrehrenzeichen in Gold erhielt in diesem Jahr Anton Gotzen. Walter Klerx besuchte mit Erfolg einen Zugführerlehrgang an der Landesfeuerwehrschule in Münster. Ebenso Wilfried Kremer den Brandmeisterlehrgang.

1984

Oberbrandmeister Konrad Deling vollendete in diesem Jahr sein 60. Lebensjahr. Dies bedeutete für ihn Abschied nehmen vom aktiven Feuerwehrdienst und Eintritt in die Alters- und Ehrenabteilung. In einer außerordentlichen Versammlung fand im Beisein von Branddirektor Alfred Schmölders und Brandamtmann Josef Speckens die Wahl des neuen Einheitsführers statt. Zur Wahl stand der Brandmeister Heinz Hendrix sowie Walter Klerx, der ebenfalls einen Brandmeisterlehrgang an der Feuerwehrschule in Münster erfolgreich besucht hatte. Mit überragender Mehrheit der Stimmen der Kameraden wurde Walter Klerx dann zum neuen Wehrleiter gewählt und durch den Branddirektor in sein Amt eingesetzt.
Durch Einführung neuer Technik, kam es bei der Alarmierung ebenfalls zu einer Veränderung. Die Sirenenalarmierung sollte abgeschafft und durch Funkmeldeempfänger ersetzt werden. Etwa die Hälfte der Feuerwehrleute wurden mit der neuen Technik ausgestattet und mussten im Alarmfall jeweils einen weiteren Kameraden anrufen. Nur noch bei größeren Einsatzlagen sollte noch die Sirene ausgelöst werden.
Auch sollte sich im Bereich der Ausbildung einiges ändern. Die veränderten Einsatzlagen machten es erforderlich, dass der einzelne Feuerwehrmann andersartig und weitergehender ausgebildet werden muss. Somit wurde das Lehrgangsangebot ausgebaut.
Mit dem Feuerwehrehrenzeichen in Silber wurde Helmut Zitzen durch den Oberbürgermeister ausgezeichnet.

1983

Die Lagerhalle der Firma Gebr. Evertz an der Gladbacher Straße stand komplett in Flammen, als die Sirene die Feuerwehrleute aus dem Bett holte. Diverse Baumaterialien, Dachpappe, Bitumen und Teer, die sich in der Halle befanden, ließen das Ganze zu einem Großbrand werden. Mit Wasser aus vielen Rohren wurde der Brand gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr bekämpft.
Zum Zeitpunkt des Schützenfestes wurde traditionsgemäß von der Feuerwehr der Mai am Königshaus gesetzt. Ein besonderes Ereignis in diesem Jahr, handelte es sich doch um das Jubiläumsjahr der Bruderschaft (550-jähriges Bestehen) und um den Schützenkönig Winand Zitzen, der selbst einmal Mitglied in der Wehr war.
Seit Jahren schon fand alle zwei Jahre ein Tag der offenen Tür statt. In diesem Jahr wurde erstmalig alles größer gestaltet. Einige Hundert Rheindahlener Bürger sahen die Rettung einer Person aus einem verunglückten Fahrzeug. Von der Leitung der Berufsfeuerwehr wurden die hervorragenden Leistungen insbesondere der jungen Kameraden gelobt.
Neu war auch die Ausrichtung einer Tombola, deren Preise fast ausschließlich von den Rheindahlener Geschäftsleuten gestiftet wurden. Das seinerzeit bekannte Kurorchester sorgte für die musikalische Unterhaltung und von Walter Michiels wurde eine köstliche Erbsensuppe in der Gulaschkanone zubereitet.
Walter Dahmen konnte durch den Oberbürgermeister das Feuerwehrehrenzeichen in Silber in Empfang nehmen für 25 Jahre treue Mitarbeit. Geehrt wurden in diesem Jahr auch die Kameraden Josef Jansen für 50-jährige Treue und Willi Lambertz für 40 Jahre

1982

Das Jahr 1982 verlief im Gegensatz zu den anderen Jahren einsatzmäßig eher ruhig. Addy Vossdellen feierte seinen 80. Geburtstag im „Feuerwehrkasino“ zusammen mit seinen Kameraden und den Frauen.
Infolge wolkenbruchartiger Regenfälle stand die Dorfstraße in Koch auf einer Länge von ca. 100 m etwa 40 cm hoch unter Wasser. Kein Wunder, dass nicht nur hier das Wasser weggepumpt werden musste sondern auch aus den Kellern vieler Häuser. Eine Einsatzstelle Windmühlenweg sollte die Feuerwehr nicht nur in diesem Jahr nach Regenfällen immer wieder beschäftigen. Auf einem Acker stand das Wasser ca. 1m hoch und drohte in den Keller eines Wohnhauses einzudringen. Viele Helfer waren nötig, um die Wassermassen zu bändigen.

1981

Dieses Jahr war geprägt von zwei Einsätzen, in denen die Hilfe der Feuerwehr zu spät kam. Infolge eines Schwelbrandes erlitt eine Person eine so starke Rauchvergiftung, dass sie am nächsten Tag als Folge hieraus verstarb. Auch in der Ziegelei Dreßen kam für einen Jäger jede Hilfe zu spät. Er war durch einen überhängenden Erdhang verschüttet worden. In Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr wurde er aus den Erdmassen befreit. Im Krankenhaus konnte jedoch nur noch der Tod festgestellt werden.
Den größten Einsatz nicht nur dieses Jahres fuhr die Einheit im März. An der Hehner Straße/ Ecke Karstraße brannte ein Firmenkomplex in voller Ausdehnung. Der Großbrand richtete einen Schaden in Höhe von ca. 4 – 5 Millionen DM an. Die Wehr war die ganze Nacht im Einsatz.
Einen Wechsel in der Führung der Berufsfeuerwehr und somit auch im Vorsitz des Stadtfeuerwehrverbandes gab es im Mai anlässlich des Stadtfeuerwehrverbandstages. Branddirektor Hermann Fretlöh wurde offiziell verabschiedet und Oberbrandrat Alfred Schmölders eingeführt. Der ehemalige Branddirektor ließ es sich jedoch nicht nehmen, sich auf dem Kameradschaftsabend der Rheindahlener Wehr persönlich von den Kameraden zu verabschieden und noch einige Beförderungen vorzunehmen.
Stolze 40 Jahre in der Einheit waren Grund genug für Oberbürgermeister Bolzenius den Kameraden Konrad Deling, Ernst Neusen und Heinrich Moors das Feuerwehrehrenzeichen in Gold zu verleihen.
Leider verstarb in diesem Jahr der Brandmeister Gerhard Willms. 65 Jahre gehörte er der Wehr an und hat tatkräftig mitgewirkt. Alle Kameraden begleiteten ihn zur letzten Ruhe.

1980

Neben den zahlreichen Einsätzen und Übungen im Jahr, fand man am Fronleichnamstag dennoch Zeit, einer Einladung des Kameraden Michael Reiner (Feuerwehr HQ) zur Flughafenwehr in Wildenrath zu folgen. Höhepunkt der Besichtigung war die Erklärung eines Phantom Kampflugzeuges sowie die Bedienung des Schleudersitzes. Ein Probesitzen auf dem Pilotenplatz ließ sich natürlich keiner entgehen.
Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber erhielt Günther Weuthen für seine 25-jährige Treue zur Feuerwehr durch Oberbürgermeister Bolzenius ausgehändigt. Heinz Hendrix absolvierte an der Landesfeuerwehrschule in Münster erfolgreich seinen Brandmeisterlehrgang. Das Jahr endete leider traurig mit dem Tod von Josef Lüpges aus der Alters- und Ehrenabteilung. Nach langer, schwerer Krankheit verstarb er und wurde am 24. Dezember unter großer Beteiligung seiner Kameraden zu Grabe getragen. Josef Lüpges war 60 Jahre Mitglied in der Wehr gewesen.

1979

Nach dem großen Jubiläumsfest 1978 zum 100-jährigen der Freiwilligen Feuerwehr Rheindahlen beschloss man, im folgenden Jahr einen Ausflug mit Frauen durchzuführen. Dies wurde auch in die Tat umgesetzt und man fuhr nach St. Goarshausen. Der Ausflug versetzte bei allen so bleibende Erinnerungen, dass noch bis heute hierüber gesprochen wird.
Im gleichen Jahr wurde der Vorstand neu gewählt und konnte dank der geschickten Leitung von Brandmeister Gerhard Willms als Versammlungsleiter in alter Besetzung wieder bestätigt werden. Theo Kluth – seit Jahren schon für den Bau eines Prunkwagens zuständig – machte seinem Namen als Wagenbauer alle Ehre und es wurde wieder am Karnevalsumzug der hiesigen Gesellschaft teilgenommen. Trotz der Feierlichkeiten musste die Wehr am gleichen Abend zu einem Dachstuhlbrand auf der Stadtwaldstraße ausrücken. Sowohl das erste Obergeschoss wie auch der Dachstuhl brannten in voller Ausdehnung. Obwohl sich alle Feuerwehrleute von Freiwilliger und Berufsfeuerwehr tatkräftig einsetzten, entstand dennoch ein Schaden von ca. 250.000,– DM.

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